A44: Vergiftetes Wasser im Lossetal?

6. August 2015

Pressemitteilung: Kaufungen, 05. August 2015

Die bekanntgewordenen Kontaminationen im Grundwasser und in der Losse haben die Befürchtungen der Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) bestätigt. 

Weil für die A44 im Lossetal ein Tunnel unter dem ehemaligen Munitionswerk Hirschhagen gebaut wird, kommt es jetzt zu Freisetzungen von giftigen Stoffen, die durch die Grabungen im Erdreich in Bewegung geraten sind.

Diese Meldung hat in den vergangenen Tagen die Gemüter im Lossetal bewegt. Die giftigen Stoffe können in einer entsprechenden Dosis erhebliche Beeinträchtigungen für die Gesundheit der Menschen im Lossetal auslösen, und dies gilt es nach Forderung durch die KWG zu verhindern.

Dabei reiche die Informationspolitik durch Hessen Mobil und das Land Hessen nicht aus. Bereits im Oktober 2013 hatte die KWG eigene Untersuchungen des Lossewassers an mehreren Stellen durch ein zertifiziertes Labor vornehmen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war der Tunnelbau noch nicht gestartet, und die Resultate der Laborauswertung ergaben auch keine kritischen Werte. Mit dieser Untersuchung wurde eine Vergleichsprobe erstellt, der man jetzt neu erhobene Werte gegenüberstellen kann.

Die Anwohner müssen wissen, ob und wie sich die Wasserqualität ändert; dies ist eine Forderung der KWG seit Beginn der Bauarbeiten. In der Gemeindevertretung von Kaufungen hatte die KWG bereits vor einigen Monaten einen Antrag mit dem Inhalt gestellt, dass die Gemeinde regelmäßige Proben des Lossewassers nehmen und auswerten lassen solle.

Über diesen Antrag wurde bisher nicht entschieden, weil die Mehrheit der Auffassung ist, dass die in Frage stehenden Werte auch von anderen Stellen erhalten werden können, was bisher aber nicht gelang. Man hofft in Kaufungen, dass dieser Antrag noch im Sinne der KWG entschieden wird.

Sollte der Antrag allerdings abgelehnt werden, so hat die KWG angekündigt, erneut selbst einen Auftrag an das genannte Labor zu erteilen, um mögliche Gefahren für die Menschen in Kaufungen und dem unteren Lossetal rechtzeitig erkennen und bekannt machen zu können. Nach Auffassung der Verantwortlichen bei der KWG muss in jedem Falle verhindert werden, dass die betroffenen Menschen im Lossetal solchen Gefahren ausgesetzt werden. Um dies zu gewährleisten, ist eine umfassende Information der Öffentlichkeit notwendig.

Nach Auffassung der Fachleute haben sich die giftigen Stoffe bisher „still“ verhalten, weil sie an Schichtgrenzen im Erdreich aufgehalten wurden. Diese Grenzen wirkten wie eine Sperre. Mit dem Bau des Tunnels werden die Schichtgrenzen aber durchbrochen, so dass der Tunnel die Wirkung einer Drainage auslöst. Auf diese Weise können die besagten giftigen Stoffe im Lauf der Zeit an der Außenhaut des Tunnels abfließen und ins Grundwasser oder das Lossewasser gelangen. Wie lange dieser Prozess dauert, weiß allerdings niemand!

Deshalb werden auch zukünftig Analysen von Wasserproben erforderlich sein, um die Bevölkerung nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Klaus Höfgen KWG Kaufunger Wählergemeinschaft